Zuchtbericht
Dies war nun der dritte Versuch, den ich mit meinen Zebrabärblingen gestartet habe. Ich vermute, dass sie bei den ersten beiden Versuchen entweder noch zu jung waren oder die Temperatur nicht gestimmt hat. Jedenfalls gab es da weder Nachwuchs noch Laich. Hier nun der Bericht, wie ich Sie zumindest zum ablaichen bekommen habe.
Konditionierung
Zuerst setzte ich 2 Weibchen (erkennbar an der fetteren Körperform) morgens in ein seperates Becken und 4 Männchen in ein weiteres Becken. Sie bekamen ordentlich Lebendfutter (rote Mückenlarven) und fraßen viel davon. Hierbei war kein Bodengrund, Filter oder Heizer vorhanden nur etwas Hornkraut.
Umsetzen ins Laichbecken
Am Abend dieses Tages reinigte ich das vorgesehene 25 Liter umfassende Laichbecken und hang ein Kechernetz hinein. Ein Stein zog die Mitte etwas herunter und etwas Kokosfasern waren auch dabei. Das Hornkraut platzierte ich unter dem Netz und ließ die 4 Männchen und 2 Weibchen oben hinein. Abends setzte ich noch einen Heizstab ein und hoffte, das er das Wasser etwas aufwärmt. Am nächsten Tag war das Wasser bei 30 Grad und es gab keinen Laich. 30 Grad waren unbeabsichtigt und auch definitiv zuviel. Mir fiel es jedoch erst am Abend auf, sodass sie einen Tag bei 30 Grad verbracht haben.

Parameteränderung und Stimmulation
Am Abend des für die Fische warmen Tages, drehte ich den Heizstab etwas herunter und tauschte ungefähr einen halben Liter Wasser gegen kaltes Wasser aus. Das kalte Wasser goß ich vorsichtig von oben verteilt ins Becken und hoffte Regen zu simulieren und das Wasser abzukühlen. Das Becken bedeckte ich für die Nacht komplett, um Dunkelheit für die Fische herzustellen. Die Straßenlaternen sorgten nämlich auch Nachts für etwas Licht.

Da aber Zebrabärblinge in der Regel morgens beim ersten Licht laichen, befürchtete ich, dass die Straßenlaternen stören könnten. Das nun abgedeckte Becken, stand auf der Fensterbank.
Ablaichen
Am nächsten morgen entfernte ich gegen 6:30 Uhr die Badehandtücher, die das Becken bedeckten und ließ das Umgebungslicht hinein. Die Temperatur war bei 27 Grad und die Zebrabärblinge begannen sich zu treiben.
Leider schaffte es ein Männchen 2x unter das Kechernetz, woraufhin ich ihn wieder ins Gesellschaftsbecken umsetzte. Die anderen Zebrabärblinge jagten sich und wenn sie in die Ecken wo es ganz flach wurde schwammen, sah ich mehrfach Fischeier durchs Netz herunterfallen. Diese ca 0,5mm großen Eier konnte man bei genauem hinsehen auf dem Boden liegen sehen.

Entfernen der Elterntiere
Nach einigen Stunden entfernte ich die Elterntiere und setzte sie nach etwas Eingewöhnung wieder ins Gesellschaftsbecken
Laichentwicklung
Das Becken dunkelte ich nun wieder ab und gab einen Erlenzapfen hinzu, um Laichverpilzung vorzubeugen. Das Wasser bleibt nun exakt bei 27 Grad und ich warte ab, bis die Fischlarven schlüpfen. Sollten Fischeier mit der Zeit weiß werden, also verpilzen, sind diese mit der Pipette zu entfernen, damit der Pilz nicht auf andere Eier übergreift. Ein Ei war nach einiger Zeit weiß und ich entfernte es.

Der Erlenzapfen verpilzte auch und ich entfernte ihn.
Mit der Zeit erkennt man bei genauem hinsehen auf die durchsichtigen Eier, den sich entwickelnden Embryo.

Nach etwa 80 Stunden (ca 3,5 Tagen) war leider noch nichts geschlüpft, und ich befürchtete schon, das es nichts mehr wird.
Schlupf
Ich war dann eine Nacht nicht zuhause und als ich am vierten Tag gegen 12:00 Uhr nachschaute waren mehrere Fischlarven geschlüpft und hingen meist bewegungslos an der Scheibe. Die Schlupfdauer nach Eiablage war bei mir also zwischen 80 und 100 Stunden.

Jetzt muss man noch etwas Zeit abwarten, bis der Dottersack aufgezehrt ist, und die Fische frei schwimmen, denn erst dann werden sie gefüttert.
Schwimmen und fressen
Am Abend des vierten Tags, sah ich dann erstaunlicherweise bereits die ersten Jungfische frei schwimmen. Am nächsten Morgen waren nun sogar die meisten schwimmend unterwegs nur einzelne klebten noch an der Scheibe.

Bis zum Nachmittag hatten sich alle von den Scheiben gelöst und schwammen. Bereit als ich die ersten sah, fütterte ich sie mit etwas hartgekochtem in Wasser gelöstem Eigelb. Später am nächsten Tag fütterte ich die Fischchen noch zusätzlich mit Mikroorganismen. Diese gewann ich indem ich den Filterschwamm des großen Aquariums über 2 Liter Aquarienwasser ausdrückte und nachdem sich der Schlamm gesetzt hatte, mit der Pipette vom oberen klareren Wasser etwas ins Zuchtbecken spritzte.
Reinigung und Futter
Da bei Eigelb immer davor gewarnt wird, dass durch den längerem Verbleib im Wasser das Wasser schlecht wird und die Fische sterben, machte ich am 3 Tag nachdem die ersten Abends frei schwammen das Aquarium sauber und fügte etwas neues Wasser aus dem großen Aquarium nach.
Hierbei zählte ich die Jungfische und es waren 34 Stück. Bei der Gelegenheit fütterte ich sie alle noch einmal kräftig mit Eigelb.
Da ich mir nicht sicher war ob tatsächlich im Wasser Infusorien oder ähnliches lebt, zog ich mit der Pipette Wasser knapp über dem Filterschlamm (im extra Gefäß) ab, und betrachtete es unter einem Mikroskop. Bei der Beobachtung sah ich Tierchen im Wasser herumflitzen, scheinbar passte es also.
